Dieser Rückfall des CSU-Parteivorsitzenden und Ministerpräsidenten
ist bedauerlich. >>>>>>>>>>


















Die Bayerische Staatsregierung war 2017 schon mal weiter.

Mehr dazu mit Klick auf den Button.

Eine Geschichts-Verbiegungsstunde der CSU ...

... Beispiel Staatsakt "100 Jahre Freistaat" 2018 in der Staatsoper.

Söder spricht auf der Veranstaltung viel von der Bayerischen Verfassung, die Bayerns König Max I. 1818 absegnete. Gewiss, es ist Bayerns erste Verfassung, aber sie wurde von oben oktroyiert und festigte die Macht der Monarchie. Bei Söder geht es trotzdem immer wieder um König Max und um Bayerns Staatsreformer Montgelas. Nur am Rande erwähnt er die friedliche Revolution, wo in der Nacht vom 7. auf den 8. November 1918 der Freistaat Bayern vom Sozialisten Kurt Eisner ausgerufen wurde.
Die CSU hat wohl noch immer nicht Frieden mit dem Geschehen von 1918 gemacht.
Ist Söder nicht bekannt, dass es bereits 2 Monate nach der Revolution eine mustergültige demokratische (vorläufige) Verfassung gab?
Ist ihm die damalige demokratische Vorreiterrolle Bayerns nicht bewußt?
Söder vollbringt das Kunststück, in seiner Rede den Namen von Bayerns erstem Ministerpräsidenten ganz auszusparen.
Das ist sie, die doppelbödige Geschichte, die die CSU an diesem Tag erzählt: Sie rühmt den Freistaat, aber verschweigt den Gründer.
Der im Publikum sitzende Max in Bayern wird von Söder mehrmals  als „königliche Hoheit“ angesprochen. Ist Söder dabei nicht bewußt, dass es laut Verfassung seit 100 Jahren keine königliche Hoheit mehr gibt?

In Frankreich feiern Parteien beinahe aller politischen Couleurs die Revolution von 1789.
Wann wird die bayerische CSU begreifen, dass Bayern mit der friedlichen Revolution 1918 und die erfolgreichen 104 Tage der Regierung Eisner einen historischen Meilenstein in der bayerischen wie der deutschen Geschichte geschaffen hat? 
 
 
Die Bayerische Staatsregierung
hat im April 2017 eine bemerkenswerte Einschätzung
der Revolution 1918
und der Leistung Kurt Eisners
abgegeben. >>>>>>>>>>>>>>













Rückfälle in die Zeit des Verschweigens und/oder des Erinnerungs-Blockierens von
CSU-Politiker/innen gibt es
leider immer noch/ immer wieder.

Beispiel: Feier am 100. Jahrestag der Revolution.
Mehr dazu mit Klick auf den Button unten.


Bayerische  Staatsregierung

Die Rolle Kurt Eisners bei der Beendigung des Ersten Weltkrieges, beim Ende der Monarchie und der Einführung einer demokratischen Verfasstheit in Bayern, beim Bemühen, den künftigen deutschen republikanischen Bundesstaat föderal auszugestalten und bei der Bereitschaft, auch die (Mit)Verantwortlichkeit des Deutschen Reiches beim Ausbruch des Ersten Weltkrieges als Grundlage für eine neue Friedensordnung in Europa anzuerkennen, werden von der Bayerischen Staatsregierung außerordentlich positiv bewertet.

Hinzu kommt die Tatsache, dass Eisner als Intellektueller (vor allem orientiert an Immanuel Kant), mit seinem jüdischen (familiären) Hintergrund und als Pazifist (zumal als Zeitgenosse der Blutbäder des Ersten Weltkrieges) wie durch seine Ermordung als amtierender Bayerischer Ministerpräsident am 21. Februar 1919 zu einer Symbolgestalt für aufgeklärt-demokratische Kräfte gegenüber den chauvinistisch-antisemitischen wurde, in deren
späterer Konsequenz auch die Barbarei des NS-Regimes in Bayern und Deutschland steht.  

Es liegt nahe, dass die historische Rolle Eisners, insbesondere bei der Proklamation des bayerischen Freistaates in der Nacht zum 8. November 1918, vor allem im Zusammenhang mit den zentralen bayerischen Jubiläumsfeierlichkeiten des Jahres 2018 („100 Jahre Freistaat Bayern“) gewürdigt werden wird.  

Die Staatsregierung vertritt die Auffassung, dass der Rolle Eisners gerade dadurch in angemessener Weise Rechnung getragen wird, dass im Jahre 2018 an seine herausragende historische Leistung vor einem Jahrhundert erinnert werden wird, insbesondere im Zu-sammenhang mit einem Staatsakt am 8. November 2018, sozusagen im unmittelbaren Reflex auf Eisners Handeln 100 Jahre zuvor ...

Auszugsweise Antwort des bayerischen Kultus- und Wissenschaftsministeriums auf eine Landtagsanfrage des SPD-Fraktionsvorsitzenden Markus Rinderspacher vom 25.04.2017 
 
 
Zum 100. Jahrestag der Revolution 1918 haben ü 100 Münchner Künstlerinnen eine Kunstausstellung
in der Münchner Kunsthalle Rathausgalerie gestaltet.

Im Verlauf dieser Ausstellung
haben sie unter dem Motto:
"wir möchten anstoßen..."
Vorschläge zur Erinnerungskultur gesammelt.

Diese wurden dem Münchner Oberbürgermeister und dem Kulturreferenten übermittelt.




Wir möchten anstoßen ...


:: dass die Landeshauptstadt München (nach Ende der Bauarbeiten) auf dem "Marienhof" ein grünflächiges „Forum.Demokratie.1918“ gestaltet. Dort könnten z.B. Stelen für die wichtigsten 20-30 Frauen und Männern der Revolution 1918 (mit Kurztext) aufgestellt werden. Damit würden neben vielen Königen und Kurfürsten auch Frauen / Demokratiegründer/innen im Münchner Stadtbild sichtbar werden. 
Nach Ende der S-Bahn-Bauarbeiten könnte dort, wo jetzt das Büro der Bauleitung steht, ein kleines Museum "Demokratiestart.1918" gestaltet werden.  

Für Münchner wie für Touristen wäre das ein interessanter historischer Seitenblick auf unsere Stadt und die demokratische Historie der Stadt (und Bayerns). 

Die Esprit-Stadt-Paris z.B. schafft solche NachDenkMäler in vorbildlicher Form. Wir meinen: München kann das auch ...

 
:: dass die Landeshauptstadt München den Ersten Ministerpräsidenten des Freistaats Kurt Eisner posthum zum Ehrenbürger der Stadt erhebt ...

... damit würden neben vielen königlichen Beamten und Ministern auch dem Gründer des Freistaats diese Ehre zuteil ...

("... was kann denn Eisner dafür, dass er von einem rechtsextremistischen Mörder erschossen wurde, bevor er zum Ehrenbürger ernannt werden konnte.")

 

:: dass die beiden Grabstätten des ersten Ministerpräsidenten des Freistaats Bayern Kurt Eisner endlich (wieder) Ehrengräber der Landeshauptstadt werden und die Nazi-Grab- und Erinnerungsschändungen des ersten Eisner-Grabes am Ostfriedhof endlich korrigiert werden. Das Grab im Ostfriedhof war Ehrengrab der Stadt, städtische Dokumente dazu waren in unserer Ausstellung in der Rathausgalerie zu sehen.

 

:: dass die Landeshauptstadt München z.B. den von den „Weißen Garden" und Rechtsextremisten 1919 ermordeten Demokratiegründer/innen „wenigstens 100 Jahre danach“ ein Gesicht gibt und sie positiv ins öffentliche Bewusstsein bringt und damit auch für ihre Nachfahren ein Zeichen des Mitgefühls gegen die jahrzehntelangen Hetze und Verfolgung setzt (wie das mit Blick auf den NSU-Komplex inzwischen beispielhaft erfolgt).
Z.B. könnte das durch Erinnerungstafeln an den Häusern geschehen, wo die Nachfahren der von Hitler "Novemberverbrecher" genannten Demokratiegründer gewohnt oder gearbeitet haben. 

 

:: dass die Landeshauptstadt München jeweils am 7.11. um Erinnerungskultur verdienten Münchner/innen eine Kurt-Eisner-Medaille verleiht (Vorderseite Portrait von Eisner, Rückseite Kopie der historischen Revolutionsmedaille des Münchner Medailleurs Karl Roth, die 1919 den ersten Preis d. Kunstvereins Frankfurt erhielt). Der Sohn Karl Roths steht dem positiv ggü. 

 

:: dass die Landeshauptstadt München 25 Jahre lang jährlich zum 7. November eine zentrale Münchner Straße nach einer/einem der „Rädelsführer/innen“ der Januarstreiks für den Frieden 1918 (und damit den Wegbereiter/innen der Revolution und unserer Demokratie) benennt. 

(... dass Sarah Sonja Lerch 1919 nur einen Weg in der Münchner Peripherie "bekam", findet das Kulturforum eher beschämend. Ebenso, dass kein zentraler Platz nach Ministerpräsident Eisner benannt ist.)

 

:: dass ein Revolutions-Kunstpfad entlang des des Demonstrationszuges vom 7.11.1918 entsteht. (Vorschlag: eine Skulptur, die auf der gesamte Demo-Zug-Strecke verteilt steht und am Ende "durch das Auge des Betrachters zusammengesetzt werden kann").  
Wir erinnern die
Münchner Stadtpolitiker
regelmäßig an diese Vorschläge. 

Wir denken, dass sich einige dieser Vorschläge auch gerne auf andere Kommunen in Bayern übertragen lassen.
 
Nach.Denk.Mal

Ein früherer Münchener Spitzenpolitiker sagte, dass zu viel Erinnerung an die Zeit des Faschismus im öffentlichen Stadtbild dem Charme einer Stadt nicht zuträglich sei.

In Paris beispielsweise wird an vielen öffentlichen Orten an die Gräueltaten des Vichy-Regimes sowie an Widerstand dagegen erinnert - im Gegensatz zu vielen bayerischen Städten.

Diese Kultur wider das Vergessen ist z.B. im Pariser Stadtbild präsent ohne den Charme der Stadt und die Lebensfreude in ihr zu schmälern.

In München dagegen ist ganz uncharmant eines der wenigen öffentlichen Widerstandsdenkmale am Platz der Freiheit in Neuhausen von der Stadtspitze nur befristet "genehmigt".


Denk.Mal.Nach
Nach.Denk.Mal

Wittelsbacher Fürsten (allesamt männlich) und ihre Spitzenbeamten (z.B. Monteglas) sind im Münchner Stadtbild präsent.

Niemand käme auf die Idee, solche Denkmale mit einer zeitlichen Befristung zu versehen, obwohl es sich um absolutistische Herrscher oder deren Beamte handelt.
Bei einem Denkmal von Frauen und Männern, die bis 1945 gegen gegen die Nazis Widerstand geleistet haben, befristet die Stadt das Denkmal zeitlich (siehe Spalte links).

Die etwa 30 Frauen und Männer, die in Bayern mit einer friedlichen Revolution 1918 den Weg zur Demokratie geebnet haben, haben auch 100 Jahre nach ihrem Wirken kein "Denkmal der Demokratie" an zentraler Münchner Stelle.

Es wird Zeit, dass sich das ändert und Frauen und Männer der Demokratiegründung in Bayern im öffentlichen Bild der Stadt (z.B. am Marienhof) auftauchen.

PS:
Viele von den oben genannten Demokratiegründer/innen wurden von den Nazis verfolgt, ermordet oder mussten ins Exil flüchten. Man sucht in dieser  Weltstadt mit Herz bis heute an den Häusern, in denen sie bis zur Verfolgung gelebt haben, bis heute keine Erinnerungshinweise.  


Denk.Mal.Nach