ver.di Kulturforum Bayern   Welche Ideen stecken dahinter?











Exponate von folgenden Kunstschaffenden wurden im Kulturforum gezeigt (oder werden nach aktueller Planung in den kommenden Monaten zu sehen sein): pep aarau | mona abbond | herbert achternbusch | michael arantes müller | azzle | werner bachmeier | hans matthäus bachmayer | hans baschang | rolf bayer | knut becker | hp berndl | alois binder | klaus böttger | vera botterbusch | karin brandl | bernd bücking | vivien cahusac de caux | manuela clarin | evelyn detterbeck | serio digitalino | ugo dossi | ursula duch | karl duderstedt | gabriele von ende | gerda enk | christa emmenegger | judith fait | marta fischer | robert b fishman | günther förg | harald frey | gloria gans | rupprecht geiger | günther gerstenberg | steve geshwister | manfred gleixner | monika "gwendolyn" gmahl | joachim graf | erich guttenberger | joe haneder | helga hansel | konrad hetz | albert hien | franz hitzler | ute illig | karl imhof | sabine jörg | clemens kaletsch | jamshid karimi | wolfram p kastner | wolfgang z keller | stefan kern | harald kienle | jelena kolesnichenko | klaus konjetzky | katalina kossack | hau chun kwong | renate kroh | thomas lehnerer | angela lenk | walter lima | urs lüthi | rita mascis | peter mell | gerhard merz | johannes muggenthaler | cornelia naumann | carl nissen | benno noll | despina olbrich-marianou | aribert von ostrowski | jaremie otternbach | miriam pietrangeli | richard polzmacher | björn poppinga | enrico puddu | a m quaß | renée rauchalles | dagmar rhodius | mario samra | cherry sanaee | fritz schaefler | gudrun schlemmer | markus schreiner | andreas paul schulz | manfred schwedler | lotte schwenkhagen | jochen sendler | steffi staschull | hans sterr | gila stolzenfuß | dieter süverkrüp | corina toledo | andrea katharina unterstraßer | anja verbeek von loewis | stefanie vogel | günter wangerin | fredder wanoth | hans waschkau | stefanie wiegand | margitta zellmer | horst ziegler | bernd zimmer | guido zingerl | eckhard zylla
102 xy   Ausstellungen im öffentlichen Raum
Ausgewählte Exponate
unserer Sammlung Sisyphos:

 


Wolfram P. Kastner. "Sisyphos streikt"
(Acryl auf Leinwand)

Exponat der Sammlung Sisyphos

Der vierte und fünfte Stock im Haus B des Münchner Gewerkschaftshauses hat sich zur Künstlergalerie und zum soziokulturellen Treffpunkt gemausert. Wechselnde Kunstausstellungen, Fotostrecken, Skulpturen locken Interessierte an.

„Revoluções de Sísifo"
(Sisyphos' Revolutionen)

Walter Lima
(Öl auf Acryl)

Exponat der Sammlung Sisyphos

Wir gestalten die Ausstellungen für Besucher des Gewerkschaftshauses , für Mitglieder und für Noch-Nicht-Mitglieder-, Ehren- und Hauptamtliche. Wir machen diese Expositionen für Menschen, die an Kunst interessiert oder die einfach nur neugierig sind.

Im 6. Stock des Hauses B hängt -wechselnd- immer ein Teil der ver.di Kunstsammlung "Sisyphos" (sa.si). Etwa alle 18 bis 24 Monate sind auf allen Stockwerken des Kulturforums alle wichtigen sa.si-Exponate zu sehen.

Nach Europa

Serio Digitalino



Exponat der Sammlung Sisyphos

 

Welche Ziele werden mit den Ausstellungen verfolgt?

Die Ausstellungseröffnungen und –führungen bieten mehrmals jährlich ehrenamtlichen GewerkschafterInnen, Betriebs-/Personalratsmitgliedern und Beschäftigten des Hauses die Möglichkeit, bei einer kreativen Mittagspause mit kleiner Brotzeit und bei einem Glas Wein einen gemeinsamen Blick auf ein künstlerisches oder politisches Werk und die Person der/des Ausstellenden zu richten.

 

Jaramie Otternbach, "That Vision"
(Acryl auf Zellglasfolie)

Exponat der Sammlung Sisyphos

Damit wird eine Plattform geboten, miteinander ins Gespräch zu kommen.

Solche regelmäßigen Begegnungsmöglichkeiten, wo sich Ehren- und Hauptamtliche aus unterschiedlichen Gewerkschaften treffen können, gibt es u.E. inzwischen viel zu wenige. 
Die Idee zu alldem ist in den ver.di-Gründungsjahren entstanden, als eine Gewerkschaft nach der anderen das DGB-Haus verließ. 

Fotocollagen:
"Der Krieg ist noch nicht zu Ende.
Die Frauen vor mir".

Geschenk von Gerda Enk aus der gleichnamigen 
Ausstellung

an die Sammlung Sisyphos

Es gibt einen zweiten Blickwinkel, das ist der von Beschäftigten des Hauses. Es ist wohltuend, dass viele äußern, dass sie sich mit den Ausstellungen an ihrem Arbeitsplatz immer wieder von unterschiedlichen Ideen überrascht fühlen und es gut finden mit kritischen oder auch weniger kritischen, mit politischen oder spannenden Impulsen aus Expositionen konfrontiert zu werden. Das bringt auch so manchen Widerspruch mit sich, aber so ist das eben bei politischen oder künstlerischen Themen. 

Zum Dritten: Unser Anliegen ist, politische Kunst in öffentliche Räume zu bringen! Politische Künstler, Profis wie Amateure die uns nahestehen, haben viel zu wenig Chancen in öffentlichen Räumen auszustellen; bei uns wurde ein bescheidener Raum für sie geschaffen. Es gibt in München auch weitere Orte, die an diesem Thema arbeiten: z.B. den Kunstpavillon im Alten Botanischen Garten. 


 


Diptychon Sisyphos, Guido Zingerl
(Acryl auf Spanplatte)

Exponat der Sammlung Sisyphos


Viertens: Es ist auch einfach spannend, wenn man sieht, dass immer häufiger Menschen in unser Haus kommen und einfach mal nachsehen, was gerade ausgestellt wird. Wir haben inzwischen Ausstellungen, zu denen täglich um die hundert Leute nur ins DGB-Haus kommen, um die laufende Exposition anzusehen! Dies ist zwar nicht die Regel, trotzdem ist das einfach toll!

 

Wir verfolgen außerdem noch eine ganz verrückte langfristige Idee,

nämlich eine ver.di-Sammlung „Sisyphos“ zu installieren. 2012 hatten wir den Jahrestag „100 Jahre Gewerkschaftshäuser in München“.
Denkt man 2012 hundert Jahre weiter, kann es in München eine stattliche gewerkschaftliche „Galerie der Arbeit“ geben, wenn ver. di Bayern die Idee des jährlichen Kunstkaufes 100 Jahre lang durchhält. Bis jetzt läuft dieses Vorhaben besser als gedacht.

Die Idee zu dieser Sammlung kam von Mitgliedern der ver.di Landesbezirksleitung und des Präsidiums des Landesbezirksvorstandes in den ver.di Gründungstagen. Dazugekommen sind inzwischen Angebote, dass gewerkschaftliche Künstler, die Interesse daran haben nach dem Ableben nicht in Vergessenheit zu geraten, dieser Sammlung ein oder zwei ihrer wichtigen Arbeiten vermachen. Damit verstauben ihre Werke nicht in Kellern, sondern sind immer wieder öffentlich zu sehen. 
Es geht bei dem gesamten Projekt „Kunst“ um Identifikation, um Kommunikation und darum, kulturelle Impulse zu geben und: eben langfristig eine Sammlung aufzubauen.

 

 



Ausstellungsplakat der
"Schenkung Zingerl":

25 Themenplakate „Betriebsrat
und Kunst“

Exponat der Sammlung Sisyphos

Außerdem verknüpfen wir im ver.di Kulturforum Bayern -so heißt unsere kleine Galerie- politische Themen mit Kunst. Wir bieten schöpferischen Menschen zu wichtigen geschichtlichen Jahrestagen die Gelegenheit künstlerisch dazu Stellung zu beziehen und bieten damit auch thematische Impulse.

 

"Das Blatt hat sich gewendet"

Aus der Ausstellung "Die Freiheit erhebt ihr Haupt.
Eisner erster Ministerpräsident des Freistaats Bayern".

Helga Hansel

Exponat der Sammlung Sisyphos
Aber wir machen neben hochpolitischen auch einfach optisch schöne Ausstellungen die das Auge und das Herz erfreuen. Darüber hinaus geben wir den ver.di Frauen München rund um den 8. März die Möglichkeit Ausstellungen zu gestalten. 

Es gibt auch immer wieder längerfristige Ausstellungen in Haus C.4. Abwechselnd bieten wir einen kleinen „Geschichtspfad“ zum Thema „Topografische Spuren der Gewerkschaftshäuser in München“ und einen Beitrag zur etwas "unterbelichteten" Erinnerungskultur im DGB Haus. Teile davon sind jederzeit unter "NachDenkMal" auf der website des Kulturforums zu sehen. Diese lautet: verdi-Kultur.de.

Wie kam es zu all diesen Aktivitäten?

Vor dem Umbau des Gewerkschaftshauses (2001/2002) wirkte ver.di auf den Hausherrn ein, den verstaubten Charme der 60er Jahre mit schmuddeligen grünen Böden und gelben Wänden sowie schlechter Beleuchtung zu eliminieren.

Themenplakat unserer ersten Gruppenausstellung













Es ging auch darum, zusammen mit den Architekten das Gebäude so zu gestalten, dass wir mit gutem Gewissen Ausstellungen hängen können. Absolut professionell ist das Ergebnis zwar nicht geworden, weil weder die Beleuchtung optimal ist, noch die Ausstellungsräume optimal geschnitten sind. Trotzdem sind gut geeignete Räume entstanden. Das Haus ist ein Kompromiss zwischen Kulturraum und Büro- und Veranstaltungsgebäude geworden. 

In der mittleren Spalte
ist
das Haus zu sehen, in dem in aller Regel unsere Ausstellungen stattfinden:
Haus B des Münchner Gewerkschaftshauses in der Schwanthalerstraße 64.
 
  Erfreulich ist: Es gibt im ver.di Landesbezirk Bayern einen zwar kleinen, aber immerhin verlässlichen Ausstellungsetat. Der reicht aus, Ausstellungen zu finanzieren und Profikünstlern auch ein kleines Ausstellungshonorar zu zahlen, wie ver.di das auch von professionellen Galerien fordern. Der Etat reicht auch, um die website und -einladungen zu finanzieren, jeweils eine kleine Ausstellungseröffnung zu machen und jährlich ein Exponat für die Sammlung aufzukaufen. 

Dieser Artlkel entstand aus einem Gespräch zwischen Sepp Rauch und Dagmar Fries.

Dagmar Fries befragte den Ausstellungsleiter und Kurator Sepp Rauch für die Frauenzeitschrift "quer" von ver.di Bayern.
Der Artikel wurde mit kleinen Aktualisierungen aus "quer" übernommen.